Was kommt nach Merkel

Im Bundestagswahlkampf 2017 profilieren sich in meinem Medienmix diese Jungpolitiker:

Christian Lindner, FDP
fährt eine ziemlich klare Wahlkampfstrategie: die nichtlinken Jungwähler abräumen. Die FDP brennt auf allen Kanälen ihre Handyshow „Zukunft, Bildung, Digitalisierung“ ab. Das sind in der Tat die Guten Seiten des FDP-Programms. Leider ist der Fokus auf Freiheitsrechte in Zeiten des ISIS-Terror zu unpopulär, um damit zu punkten, ebenso wie die FDP-Immanente Sozialkälte. Die Kampagne ist äußerst präzise und fokussiert, dadurch aber auch überaus durchschaubar. Herr Lindner, für einen Spitzenpolitiker in der Tat recht jung, versucht auf coolen Professor zu machen und sich per Blick aufs Mobilgerät mit der Zielgruppe <25 gemein zu machen. Gut gemacht, aber für Nicht-Brand-1-Leser hoffentlich zu unsympathisch. Wird es in den Bundestag schaffen. Vielleicht 2017 nicht ganz in die Regierung, dafür dann 2021, denn nach weiteren 4 Jahren ist die SPD politisch tot. Jens Spahn, CDU beweist, dass die Zugehörigkeit zu einer Minderheit nicht dazu führt, anderen Minderheiten gegenüber offen zu sein. Die Muslime-sind-doof-Generalisierung gehört eben zum Christdemokraten-sein dazu. Spahn profiliert sich durch markige Sprüche, die nicht wirklich wehtun (beim provinziellen Schimpfen auf die Umgangsprache Englisch im internationalen Berlin) oder mit Skandälchen, die nicht wehtun (indem er eine Förderung für ein 10000-Euro-Investment in ein Fintech-Startup zurückgibt). Spahn hat sich in den CDU-Vorstand geputscht und ist der einzige, der aus der Merkeltruppe herausragt. Da er es nicht übertreibt, wir Ihnen Merkel dulden und er steht als auffälligstr CDUler seiner Generation gut da, sollte sie sich jemals zurückziehen. Könnte Nachfolger von Wolfgang Schäuble im Finanzministerium werden. Karl-Theodor zu Guttenberg, CSU Das isser wieder! Mit dem Skandal um den falschen Doktortitel sei es "jetzt mal gut". Heute im Tagesschau-Stream drei Artikel, Seehofer schlägt Guttenberg als Minister vor (vielleicht für Bildung?), wäre ja schön, wenn ger Baron wieder wweit weg von München in Berlin weilt - als Bayerischer Polterknecht steht ja Markus Söder in den Startschuhen. Wir erleben das hochjazzen des Gala-Stars Guttenberg einfach nochmal von vorne, natürlich mit einer schön zelebrierten "Demut". Guttenberg applaudiert als Beobachter im Wahlkampf 2017 gerne dem "Anstand und den Guten Manieren" in der Politik (in Form der zahnlosen Angriffe von Martin Schulz). Vermutlich weil das die Eigenschaften sind, die er an sich selbst besonders schätzt. Guttenberg tritt so präsidiabel auf, als bewerbe er sich für das BuPrä-Amt. Wird mangels Alternativen vermutlich wirklich Minister. Diese drei Heinzis werden die Politik der nächsten 10 Jahre prägen. Bei der SPD ist mit Steinmeier die Graue Strippenzieher-Eminenz aus dem Rennen. Die Ministerpräsidenten und Merkelminister verhalten sich recht brav, da will keiner den Übergangskandidaten Scholz überstrahlen. In der Folge ist die gesamte Periode 2017-2021 bereits abgehakt. Die SPD hofft auf Regierungsbeteiligung und ein paar nette Posten, das war's. Ansonsten geht es bei der SPD um Meriten und um Nostalgie, ein bisschen Mindestlohn als Folklore. Merkel ist sozialdemokratisch genug, dass die unter Schröder und Steinmeier in die Mitte gerückte SPD auch ihr Wahlverein geworden ist. Mal sehen ob 2021 neues Personal am Start ist. Die Grünen wiederum müssten in der Opposition eigentlich aufblühen. Der erfolgreichste Grüne Winfried Kretschmann erschein eher ein Öko-CDUler zu sein als ein Grüner. Das ist es, was Baden-Württemberg aus Dir macht. Cem Ödzemir, für die meisten Deutschen verdächtig, weil Türke, ist der einzige, der Quengel- und Peinlichkeitsfrei zu hören ist. Die Grünen haben sich selbst im Image der Verhinderungspartei eingemauert. Die Linken haben so viel Russlandnähe, Antiamerikanismus und Entmilitarisierung im Programm, dass der so wichtige Gerechtigkeits-Gedanke der Linken leider vollkommen vor die Hunde geht. Und die AfD hat Gauland, Höcke und Petry. Da sagen zum Glück die meisten: bitte nicht.

Veröffentlicht in Heute und Morgen

Die Antwort auf Dieselgate

Super Idee. „Reale Emissionen messen, davon die erlaubten abziehen, und die Differenz kräftig besteuern.“

Veröffentlicht in Wunsch und Wirklichkeit

Is AI dangerous? – How to read CEO banter

When Tech CEOs like Elon Musk and Mark Zuckerberg debate publicly about the dangers of AI, you have to be clear about something: people who have build up an detailed public image don’t just talk their minds – they want to move people into a certain direction. In this case it’s playing down risks on both sides. Zuckerberg who sees no use in debating the possible dangers of his products, simply denies the risks of AI. Musk, whos car AI might have a direct impact on lives soon, tries to show responsibility.

It is very interesting to compare the strategies: Zuckerberg, who is more of a money guy, tells a story for the shareholders, which is always: there is no problem, just opportunities. Musk instead focuses on customers and the team, which means: Values, Vision, Culture – There are risks, and Tesla is aware of it.

Twittering about charity while extending your monopolies doesn’t make Jeff Bezos a good guy. Rule of thumb: if are a tech CEO, you almost certainly are a greedy, abusive bastard with a sympathetic smile. That’s why I don’t think that Elon Musk is a good guy, I think most of his moves are very calculated.

But even if Musk is simply bringing the ethical questions of AI up for tactical reasons – to make himself an important voice in an seemingly unavoidable debate – this is not only a clever move at the right time. It’s good for everyone to have ethics on the CEO buffet.

Veröffentlicht in Antithesen

Nach den G20-Krawallen schlägt die Stunde der Schreibtisch-Extremisten

Es gibt eine militante linke Szene. Seit beim G8-Gipfel in Genua 2001 die Gewalt explodiert ist, muss man da nichts beschönigen. Die paar unkontrollierten Stunden inkl. brennender Autos und geplünderter Geschäfte an der Schanze waren dagegen vermutlich harmloser, als man denkt, was insbesondere die Anwohner einmal klarstellen. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen, ob die Straftäter eher betrunkene Jugendliche waren oder gar „Terroristen“. Die Spracheskalation mit dem T-Wort stammt eher von Leuten, die damit eine innenpolitische Agenda anschieben – oder für eine solche im Herbst gewählt werden wollen. Natürlich sind mehrere Stunden, in denen die Polizei es nicht schafft, einen ganzen Straßenzug vor Randale und Vandalismus zu schützen, in Deutschland eine schockierende Ausnahmesituation – zum Glück.

Wer links ist, ist nicht automatisch ein Extremist – wer randaliert, kein Aktivist

Ja, Es gibt diesen harten Kern gewalttätiger Krawall-Touristen, der sich aus allen Ländern Europas rekrutiert. Das „Ziel“ dieser Menschen ist ein gewalttätiger Umschwung, eine „Revolution“. Dabei verkennen diese Revoluzzer komplett, dass die Mehrheit der Gesellschaft keinen Systemwechsel möchte, schon gar keinen, der mit Molotov-Cocktails eingeläutet wird. Und Ja, es gibt Narrative, die diese Gewalttäter mit Antifaschisten und Kapitalismuskritikern verbinden. Aber Gewaltbereitschaft ist eben nicht das verbindende Element.

Die Abgrenzung gegenüber Extremisten ist manchmal etwas viel verlangt. Es ist letzlich einen Beleidigung, von einem Moslem zu verlangen, sich vom islamistischen Terror zu distanzieren – denn der durchschnittliche Moslem will einfach in Ruhe seine Familie aufziehen. Es ist ein Fehlschluß, von der Religion auf Gewaltbereitschaft zu schließen. Genauso ist es eigentlich eine Frechheit, dem durchschnittlichen linken Demonstranten zu unterstellen, dass er brennende Autos in Kauf nimmt. Den meisten Linken ist nämlich klar, dass sich eine gerechtere und solidarischere Welt nicht durch das Plündern von Läden erreichen lässt.

Und genauso ist es falsch, der Bundesregierung faschistische Tendenzen zu unterstellen. Die (gewählte!) Bundesregierung und die Polizei sorgen dafür, dass die Bürger ihre Rechte wahrnehmen können, dazu gehört auch der Schutz des Eigentums. Dazu gehört ebendso das Versammlungsrecht wie das Recht auf körperliche Unversehrheit. So wie man der Regierung und der Polizei vertrauen sollte, dass Sie im großen und Ganzen in bestem Interesse von uns allen handelt, so sollte man auch seinen Mitbürgern trauen können, dass sie Gewalt ablehnen. Es gibt Ausnahmen, dafür haben wir ein detailliertes Strafgesetzbuch.

Protest muss möglich bleiben

Versammlungsfreiheit ist genauso ein wichtiger Teil der Demokratie wie Wahlen oder unabhängige Medien. Die Wirkung von Demos entstehen vor allem durch die Bilder. Wenn man tausende von Mitbürgern auf der Straße sieht, regt das zum Nachdenken über bestimmte Themen an. Allerdings geht der Schuss diesmal nach hinten los. So bildgewaltig die brennenden Barrikaden auch sind, sie überdecken in den Medien sämtlichem legitimen Protest.

Der Streit um die Versammlungsfreiheit wird weitergehen. Globalisierung und Kapitalismus sorgen ja nicht nur für Gewinner. Die Radikalisierung wächst auf dem Feld der sozialen Ungerechtigkeit, gedüngt vom Gefühl der Machtlosigkeit. Wenn immer die gleichen Parteien regieren, wenn das Motto der Stunde „weiter so“ lautet, wenn alle unangenehmen Themen von Migration bis Pflegenotstand aus Marketinggründen ausgeblendet und totgeschwiegen werden, dann werden sich immer wieder neue Idioten links, rechts und in der Moschee radikalisieren. Solange in den Parteien das Recht des stärkeren Sitzfleisches regiert, werden sich ungeduldige junge Menschen dort nicht engagieren. Regelbruch und Gewalt erscheint dann als die vermeintlich einfachere und schnellere Lösung, wenn an anderer Stelle kein Fortschritt sichtbar ist. Eine weitere Einschränkung der Freiheitsrechte unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ wird eher mehr Leute radikalisieren. Den Versuch eines Einblicks in die Gedankenwelt linksradikaler Aktivisten findet man bei den Krautreportern.

Die Stunde der Schreibtisch-Extremisten

Die Presse kann sich gerade freuen, denn die geistigen Brandstifter der Republik sind wieder einmal in Hochform. Henryk M. Broder fordert Haftungsregelungen für Demoanmelder. Die Forderung nach einer europäischen Extremisten-Datenbank geistert als konkrete Forderung durch die konservativen Medien. Die Frage ist nur: wer legt fest, wer auf diese Gesinnungsliste kommt? Hat Ungarn da die gleichen Maßstäbe wie Deutschland? Unionspolitiker ziehen alle Register, um linken Protestlern zukünftig Bürgerrechte zu entziehen. Kriminelle, Linke, ja überhaupt Protestler … alle über einen Kamm. Es ist wohl wahr, dass man Gewalttäter nicht mit dem Antistressball therapieren kann, aber wenn wir nicht immer mehr Menschen in Knast und Lager stecken wollen, dann sollten wir uns etwas für diese Menschen ausdenken, um sie mitzunehmen. Nicht für die Gewalttäter von heute, sondern für die von morgen.

Medial stehen die Signale auf Abgrenzung. Ich stelle auf allen Kanälen akute Schwarzweißmalerei fest. Differenzierung scheint in Politik und Medien eine verlorene Kunst zu sein, das Ausheben von Gräben dagegen hat Konjunktur. In seinem wie immer sehr treffenden Kommentar testiert Sascha Lobo den Bürgern fehlende Widerstandskraft gegenüber polarisierenden Meldungen in den sozialen Medien.

Warum fällt es den Rechten so schwer, die Polizei zu loben und dennoch taktische Fehler und Gewaltausbrüche zu rügen. Warum fällt es den Linken schwer, sich vom Verständnis für pseudorevolutionäre Gewalt zu verabschieden? Vielleicht ist doch das Internet schuld. Zum einen verbreiten sich extreme Meinungen und Empörungen in den sozialen Netzwerken besser und viraler. Die klassischen Medien springen auf diesen „Reichweitenzug“ auf, allen voran die Bildzeitung mit Hasspranger-Schlagzeilen auf der Titelseite. In der Politik ist wiederum die große Feigheit ausgebrochen – wer im beginnenden Wahlkampf keine Fehler machen will, schluckt die relativierenden Nebensätze herunter oder sagt strategisch überhaupt nichts. Die Schere im Kopf ist Alltag geworden.

Der blinde Fleck

Was bei der ganzen Sache untergeht: was wurde auf dem Gipfel eigentlich alles besprochen? Wie ist die Weltpolitik beschaffen, die zu solch explosiven Protesten führt? Das wäre doch auch noch etwas mehr Berichterstattung wert.

Veröffentlicht in Weder noch

SPD: Partei der inneren Unsicherheit

Die SPD floskelt ein dolles Konzept für innere Sicherheit zusammen. Spitzenkandidat Martin Schulz muss dafür NRW-Innenminister Pistorius ins Boot holen und der weiß, was er will: alles was die Union fordert, aber Light („mit Augenmaß“). Anstatt zu erklären was man im Bund machen will, erklärt man lang und breit andere für zuständig: Mehr Polizei (Super, weil Ländersache), ein „Euro-FBI“ (Europol und ECTC sollen weiterbestehen – wow!) und mehr „kommunale Prävention“. Garniert wird das Ganze mit der Ankündigung, nach der Wahl den einen oder anderen „Aktionsplan“ zu entwickeln. Die Schlagwortwüste ist so mitreißend geschrieben, dass sogar mein eingeschlafener Fuß einschläft. Nun ja, ich habe nicht wirklich erwartet, dass die SPD es riskiert, der Angstmache und dem Überwachungswahn insbesondere der CSU etwas entgegenzusetzen.

Gestolpert bin ich aber über die Ankündigung des Konzepts. Da wird postuliert, dass die SPD schon immer „die Partei der inneren Sicherheit“ gewesen sei. Leider beweist dieses völlig uninspiriertes Pflichtprogramm das Gegenteil.

Veröffentlicht in Wunsch und Wirklichkeit

The Janus scale of IT complexity

How deep is your IT know-how?

The world of information technology is growing in complexity. In order to understand and work with IT, people need a certain level of education and qualification. The Janus scale is meant as a tool to define the IT literacy of a person by looking at their tools and field of work. Vice versa it can be used to define the complexity of an IT topic by looking at the accumulated qualification and know-how that is needed to develop it further. It can also be used as a unit of measurement for the complexity of code. The scale is made in 2017 and may therefore contain zeitgeisty elements. Please note that IT literacy is considered a good thing but it is expected that the majority of people are considered more or less illiterate. We are talking the IT crowd here.

How complex is that piece of code?

The scope of the Janus Scale is „the Internet users“ or „Code found in the internet“. As the basic user without any IT competence (or plain text) we set the lowest value of 1. The highest value 10 may go to entities that can only be described qualified „beyond human“, like self programming artificial intelligence, which is not yet a thing in 2017. It is expected that there are more  fine graded subdivisions to be added in the future.

(the narrow and very shallow end)

USERS

1) Basic users
Explore the Web / using Browsers / using email / search / plain text
2) Trained non-IT staff
CMS backends / content management / database usage / HTML

COMMERCIAL

2.5) people with more general knowledge, less specialization: management, sales, consultants
3) Medium qualified IT staff – webdesigners
Web UI design / Install CMS packages / server administration / CSS

3.5) people with more general knowledge, less specialization: management, sales, consultants – design agency people
4) Qualified IT staff / basic developers
Web Coding / Web Code compression / website certification / using Shell / using Bitcoin etc. / PHP / Javascript / .js-Libraries

4.5) in Between: people with more general knowledge, less specialization: management, sales, consultants – small development companies
5) Qualified developers
App development / software certification / specialized UI / using git / building CMS plugins and themes / using shell Scripts / development of web frameworks / Java / Ruby / Python / Lua

5.5) in Between: people with more general knowledge, less specialization: management, sales, consultants – software companies
6) Highly qualified developers
IT sec / IT hacking / big data science  / database infrastructure  / cloud computing / OS design / complex UI  / server farm administration / C++ / forging and reverse engineering of malware

6.5) in Between: people with more general knowledge, less specialization: IT consultants, system architects – big software corps
7) Team of highly qualified developers
OS Sec / automation/deployment / OS hacking / programming languages / systems

SCIENTISTS / INTELLIGENCE AGENCIES

8) Practical scientists / big team of highly qualified staff
Kernel development / hardware design / data forensics / hardware sec / hardware-level hacking / machine code
9) Theoretical scientists / informatics lab
Hardware development / new algorithms / creating artificial intelligence / math / crypto
10) Self programming AI
Algorithms beyond human understanding

(the deep and highly specialized end)

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Philosophen zum Thema Bewusstsein und Ego – die kurze Kurzfassung

Meine Sekundärliteratur von der Sekundärliteratur:

René Descartes setzt sich als Fundament für die weiteren Betrachtungen der Welt (sprich die Erkenntnis) seine eigene Fähigkeit dazu. „Cogito ergo sum.“ Auch wenn der Satz sprachlogisch oft kritisiert wird, ist er wirklich ein schöner Punkt, um mit der Philosophie zu beginnen. Außerdem formuliert Descart einen sinnvollen Algorithmus: Skepsis – Analyse – Konstruktion – Rekursion.

Immanuel Kant trennt Erkenntnis und Dasein. Er postuliert das Vorhandensein einer rein ideellen „synthetischen“ Erkenntnis, also die Existenz einer Wahrheit, die von der Erfahrung abgekoppelt ist und nur durch Schlussfolgerung und somit das Denken existiert. Er erklärt „Cogito ergo sum“ zum Zirkelschluss und widerlegt „Gottesbeweise“. Kant stellt die Frage nach der Grenze des Erkennbaren und erklärt somit Dinge jenseits dieser Grenze zu Spekulation.

Georg Wilhelm Hegel systematisiert viele Begrifflichkeiten. Er definiert das Subjekt als einen Betrachtungsgegenstand, als inneres Bewusstsein in der Abgrenzung zur empirischen Außenwelt und in seinem Ideal der „wirklichen Seele“ in Abgrenzung zum Körper, jedoch als Teil der Natur.

Edmund Husserl entwickelt mit der Phänomenologie eine philosophische Methode zur Erkenntnis. Er definiert einen gedachten Sachverhalt als etwas, auf das sich der Geist richtet und somit stets als Subjekt/Objekt-Paar. Dies auch bei rein gedachten Objekten (Noemas)

Martin Heidegger versucht – etwas verschwurbelt – das „Seinede“ zu systematisieren. Er benutzt eine eigene Nomenklatur, unterscheidet beim Subjekt zwischen dem Selbst im Sinne einer Zugehörigkeit und dem losgelösten Eigentlichen selbst. Er koppelt seine Seins-Begriffe an subjektive Zustände wie Angst und Sorge, sowie an Methoden wie Reden und Verstehen.

Ludwig Wittgenstein hat den innovativen Ansatz, das Dasein mit der Sprache zu verbinden. Er erkennt, dass alles was gedacht werden kann auch als sprachlicher Ausdruck existiert und somit gesagt werden kann. Die Grenzen der Sprache sind somit die Grenzen des Seienden (vgl. Kant). Alle Philosophie ist Sprachkritik. Wittgenstein versucht, nur noch formallogisch zu sprechen und zu schreiben.

Jean-Paul Sartre unterscheidet zwischen einem reflexiven Ich-Begriff (je) und einen unbewussten intentionalen Ich (moi). Er leitet sich her, dass die intentionale Handlung auf empirischer Erfahrung, also der Wahrnehmung, basiert und erklärt die Existenz eines transzendentales Ego-Bewusstsein.

Siegmund Freud dröselte bereits zuvor das Unbewusste auf in das triebhafte, körperliche „Es“ und das sozial geprägte, kontrollierende „Über-Ich“. Dazwischen steht das aktive handelnde Bewusstsein (kurz „Ich“).

Friedemann Schulz von Thun geht noch einen Schritt weiter und erklärt den Geist als ein größeres Team, in dem das Bewusstsein den Teamleiter spielt, dass aus vielen inneren Stimmen und Modellen die Handlungsoptionen abwägt.

Veröffentlicht in Ich und Über-Ich, Original und Fälschung

Voraussagen über Trumps erste Amtszeit im Mai 2017

Wenn es aussieht wie ein Huhn und schmeckt wie ein Huhn ist es ein Huhn. Ich hatte lange vermutet, dass Donald Trump nur eine Show abzieht und dass er in Wahrheit viel intelligenter ist, als er sich gibt. Nach den Raketen auf den Irak, äh, Nordkorea und nach der Entlassung von FBI-Direktor Comey bin ich mir sicher: Trump fehlt es wirklich an Weitsicht und Planung. Das bedeutet nichts Gutes. Ein paar Vermutungen und Hochrechnungen:

Trump war eher pleite.

Nach mehrere Bankrotten und dem verschwenderischen Lebensstil kein unwahrscheinliches Szenario. Bei Trumps Business dreht sich alles um das Narrativ von Reichtum und Erfolg. Deshalb ist alles vergoldet. Deshalb die lange Krawatte („meine ist größer als deine“). Deshalb das ständige Pochen auf den Wahlsieg und das ständige bullying der „Verlierer-„Demokraten. Deshalb auch die aberwirzige Geheimhaltung, was die Tax Returns angeht. Und inzwischen ist mir klar, dass Trump ein so notorischer Lügner ist, dass man bei den meisten seiner Aussagen vom Gegenteil ausgehen kann. „I am very very rich“ ist das Bild das Trump zeichnen will – ob das so stimmt ist aber mehr als fraglich.

Trump hat eine Menge Geld aus dubiosen Quellen erhalten.

Trumps Geldquellen sind sicherlich andere Superreiche: Russische Oligarchen, Ölscheichs, Mafiosi und Ponzi-Schemer. Trump hat keine moralischen Bedenken, aus diesen Quellen zu schöpfen, diese Leute sind so wie er. Ein Teil dieser reichen Clique findet sich ja im Kabinett wieder.

Trump hat vielen Leuten viel versprochen.

Trump macht seine Deals, indem er Leuten Versprechen macht, die er später nicht unbedingt einhält. Während ihm die kleinen Wähler letzlich wurscht sind (außer die Anzahl der Jubler), werden ihm Senatoren und Geldgeber aber zukünftig immer mehr auf den Füßen stehen. Dass er seine Familie im Weißen Haus installiert, liegt vor allem daran, dass ihm sonst nur die skrupellosesten Karrieristen folgen, die ihre eigene Agenda bearbeiten.

Das Kabinett Trump ist ein Selbstbedienungsladen.

Trump liefert ja nichts außer dem „Win“. Jede einzelne Politikentscheidung folgt nur zum Teil republikanischen Werten. Die Mauer zu Mexiko und das Infrastrukturprogramm ist ein Subventionsprogramm für Bauunternehmen. Für die Rüstungslobby steckt viel drin, für die Turbokapitalisten und Finanzhaie. Jeder wird sich ein Stück vom Kuchen abschneiden, bevor die Trumpsaison herum ist. Unter dem Strich steht eine große Umverteilung von unten nach oben und zu Lasten der Umwelt.

Trumps Eitelkeit ist seine Methode

Jemand der eine Rede beim CIA hält und dafür eigene Claqueure mitbringt, legt immer wert auf den Eindruck und die Fernsehbilder. Trump inszeniert sich. Wer ihm gute Bilder liefern kann, kann (kurzfristig) sein Vertrauen gewinnen. Wer ihn kritisiert, fliegt raus. Seine Egomanie ist gleichzeitig sein Talent.

Trump ist nicht clever aber tollkühn

Eine Sache muss man an Trump ja auch anerkennen: Er versteckt sich nicht. Er geht dorthin, wo sich sonst niemand hintraut. Seine Chuzpe hat ihn reich gemacht, berühmt gemacht, zum Präsidenten gemacht. Er ist das beste Beispiel dafür, dass Mut der Zwillingsbruder ser Selbstüberschätzung ist. Mut ist eine Eigenschaft, die ich sehr schätze, nur leider ist es bei Trump mit einem Egoismus gepaart, der immer dazu führt, dass es einen Verlierer geben muss. Trump versteht nicht, was Win-Win ist. Mein Problem ist nicht, dass ich Trump das Siegen mißgönne, aber hasse es, so viele Menschen verlieren zu sehen.

Wie geht es weiter

Trumps Politik wird gemischte Erfolge haben

Nun ja, die meisten Gesetzesvorhaben werden wohl mit Trumps Versprechungen nicht mithalten. Aber natürlich wird es auch Branchen geben, die profitieren. Trump und die Republikaner werden diese Erfolge so laut herumposaunen, dass viele Amerikaner zuversichtlich sind. Es wird also zumindrst einen Placebo-Effekt auf die Amerikanische Wirtschaft geben. Ich glauben nicht, dass es reicht.

Trump wird die Ermittlungen gegen ihn ausbremsen.

Tatsächlich kann Trump das FBI blockieren. Durch die Entlassung von Comey ist dieser faktisch mundtot gestellt. Trump wird ein treuen Gefolgsmann als Nachfolger einsetzen, z.B. Rudy Giuliani, der die Ermittlungen stoppen wird. So fishy das ist, Trump hat als Präsident die Möglichkeit dazu. Und wenn das FBI kaltgestellt ist, wird es auch für den Kongress schwer, deren öffentliche Ausschüsse nur wenig Einblick in vertrauliche Unterlagen erhalten. Ähnlich des NSAUA wird wenig Belastendes an die Öffentlichkeit dringen. Die Entlassung von Comey war aus Trumps Perspektive ein guter Schachzug.

Die Demokraten werden ein Impeachment starten.

Die Frage ist nur wann und mit welcher Munition. Sicherlich arbeiten Dutzende von Juristen bereits daran. Natürlich will man nicht knapp scheitern, es ist sehr unwahrscheinlich mehrfach die Gelegenheit zu haben, einen amtierenden Präsidenten aus dem Amt zu hebeln.

Die Presse bereitet einen Scoop vor.

Ganz sicher arbeiten die Investigativteams von Washington Post und der New York Times im Geheimen an großen Enthüllungsstories. So laut das Ironiegwitter der Late-Night-Talker auch ist, so wird doch im Moment eigentlich nur das kommentiert, was das Trump-Team schon wieder für einen Müll absondert. Trump warnt vor Leaks, denn wenn sein Geldgeber einmal schön säuberlich aufgelistet sind, dann wird es ihm schwerfallen, mit ein paar Tweets davon abzulenken. Vermutlich wird er von Erdogan lernen und die Presse zu ausländischen Agenten erklären.

Wenn die Luft zu dünn wird, spätestens gegen Ende seiner Amtszeit, wird Trump einen Krieg beginnen.

Mit den Verbündeten im Mittleren Osten wird es ein wenig Wüstenkrieg in Syrien, im Jemen oder Afghanistan geben, schön weit weg von Amerika. Das Kalkül: Im Krieg halten die Amerikaner zusammen und Trump kann auf der Patrioten-Welle in die 2. Amtszeit reiten. Allerdings werden die Kriegstoten Trump doppelt auf die Füße fallen und die Frage ist, ob die Amerikaner ihm bis dahin noch irgendeine Geschichte abkaufen.

Trump bleibt Präsident, aber ungerne

Letzlich hat er ja schon gewonnen, ab jetzt geht es im Prinzip nur bergab. Allerdings muss er die Geschäfte seiner reichen Mitstreiter absichern und natürlich verhindern, dass gegen ihn ermittelt wird. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass er Paul Ryan seine Nachfolge versprochen hat.

Bleibt Trump im Amt, wird seine Bilanz besser als erwartet

Es ist relativ wahrscheinlich, dass Trump trotz aller Skandale und trotz seiner ständigen Unbedachtheiten im Amt bleibt, da der Kongress fest in Republikanischer Hand ist. Und am Ende der ersten Amtszeit wird Trump gar nicht mehr so schlecht aussehen, auch weil die Menschen sich an das Getöse rund um das weiße Haus gewöhnen werden. Die Republikanische Regierung rasiert außerdem den Sozialstaat so schnell und skrupellos, dass die schlimmsten Einschnitte alle bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit passieren werden. Das wird dazu führen, dass die entregulierte Wirtschaft in Amerika ungehemmt wachsen kann. Ob dieses Geld am Schluss beim Durchschnittsamerikaner landet, bleibt jedoch mehr als fraglich.

Veröffentlicht in Heute und Morgen

Lösung für Problem beim Kompilieren in Apples X-Code

Wenn man ein Problem hat, sollte man ein Userforum benutzen, dann bekommt man auch gute Ratschläge.
Folgende Rezension (!) fand ich gerade Apple App Shop, XCode 8.3.2  (1 Stern)


Also seit dem letzten Update funktioniert mein Xcode nicht mehr, wie es funktionieren soll. Früher hat alles hervorragend geklappt. Seit dem neuen Update kompiliert Xcode meine Programme völlig falsch.
Beispiel:

printf("\n\tTabelle“);
printf(„\nGeben Sie eine Zahl ein: „);
scanf("%d", &x);

Wenn ich z.B. ein Programm mit diesen Abschnitt kompiliere und dann starte, dann wird mir nur die Zeile „Tabelle“ angezeigt. Erst wenn ich eine Zahl eingebe, wird mir unter diese Zahl dann die Zeile „Geben Sie eine Zahl ein:“ angezeigt. Also seit dem Update kann ich Xcode überhaupt nicht gebrauchen. Bin jetzt umgestiegen auf den Terminal und programmieren nun über den vim Editor. Jetzt warte ich noch eins, zwei Updates ab und wenn es dann immer noch nicht funktioniert, werde ich Xcode deinstallieren. Schade!

Lieber EXcode_user, wenn Du das hier liest: Du hast deutsche typographische Anführungszeichen „“ benutzt. Richtig sind die geraden US-Strichlein oben (“). Check mal vor dem programmieren Deine Tastatureinstellungen.

Veröffentlicht in Frage und Antwort

Gedöns zum Bundestags-Wahlkampf 2017

Meine Filterblase liefert mir ein trauriges Bild: Schulz wird ohne Gegenwehr zum Selbstbediener und Programmlosen abgestempelt, Lindner zum Heiland hochgejazzt. Die Union flötet „Burka“ auf der rechten Hundepfeife und deutet Steuergeschenke und natürlich „Sicherheit“ an. Die AfD haut sich in bester Piratenmanier selbst in die Pfanne. Von Links kommt nichts neues. Und gibt’s eigentlich die Grünen noch? Ich frag mich echt wie die Wahlkampfstrategien der Parteien aussehen, das ist ja erbärmlich.

 

Veröffentlicht in Stellvertreter